01.10.2016

Das Oberlandesgericht Nürnberg (Urt. v. 01.08.2016 – 14 U 1780/15, n..rkr.) hat jüngst entschieden, dass die Widerrufsinformation der Sparda Bank rechtsfehlerhaft ist.

Aktuell ging es um eine Belehrung, die seit dem 30.07.2011 verwendet wird und sich auch in einer Vielzahl von Darlehensverträgen anderer Banken befindet. Nach dem vom Gesetzgeber vorgegeben Muster waren Pflichtangaben, die für das Anlaufen der Widerrufsrist Voraussetzung sind, nur beispielhaft genannt, aber nicht aufgezeigt, wie viele und welche Pflichtangaben auf den konkreten Kreditvertrag bezogen existieren und welche weiteren Pflichtangaben der Darlehensnehmer gegebenenfalls noch erhalten muss. Das herauszufiltern, kann aber nicht Aufgabe des Verbrauchers sein, da er damit überfordert ist Dabei konnte sich die Sparda Bank auch nicht auf den Musterschutz der Vorlage des Gesetzes zurückziehen, da die Widerrufsinformation entgegen den gesetzgeberischen Vorgaben bereits nicht hervorgehoben und deutlich gestaltet war.

Folglich konnte der klagende Darlehensnehmer das Darlehen auch Jahre nach Abschluss des Vertrages widerrufen und Auskunft von der Sparda Bank, welche Gebrauchsvorteile diese gezogen hat, verlangen.

Darlehen, die erst nach dem 10.06.2010 abgeschlossen wurden, sind nach wie vor widerruflich, wenn sie einen solche Widerrufsinformation aufweisen – aber auch andere Kreditverträge haben häufig eine rechtsfehlerhafte Belehrung, die Verbraucher in den Stand setzen, diese zu widerrufen und enorme wirtschaftliche Vorteile aus der Rückabwicklung zu erlangen.

Auch Sie könnten möglicherweise ein Widerrufsrecht haben. Dies setzt eine sorgfältige Prüfung der Unterlagen voraus.

Zur Kontaktaufnahme wenden Sie sich bitte an

Herrn Rechtsanwalt Tilmann Schellhas
– Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht –

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